Es ist leicht für uns, diese Äußerungen aus früheren Jahrhunderten zu belächeln. Johannes Gutenberg, der Abt von Sponheim und Luther waren aber intelligente und für ihre Zeit jeweils gebildete Menschen, wie auch Victor Hugo oder die bayerischen Mediziner, die den Blick aus einem nur etwa 35 Stundenkilometer schnellen Zug von Nürnberg nach Fürth für hirnschädigend hielten.
Wenn das damals aber intelligente Menschen waren, denen mehre Jahre offenbar nicht genügten, um sich an eine neue disruptive Technologie zu gewöhnen, könnte es dann auch sein, dass unsere heutigen Debatten über angebliche Informationsüberflutung, Netzverdummung, Online-Isolation, Kostenloskultur, »Digitale Demenz« oder gar digitalen Kulturverlust nur vergleichbare Übergangsphänomene sind?
Übergangsphänomene, die spätere Generationen im Rückblick auch — hoffentlich — gnädig betrachten mögen, während sie sich dann mit ganz anderen und viel erheblicheren positiven wie negativen Auswirkungen des Internet beschäftigen werden?
Sehr empfehlenswerte Rede von Wolfgang Blau (Chefredakteur von Zeit Online) zum Thema Leistungsschutzrecht & Urheberrecht in Zeiten des digitalen Wandels und wieso die Verlage so darauf reagieren, es aber nicht sollten.
Wolfgang Blau: Auch das schärfste Urheberrecht würde den Verlagen nicht helfen « Stefan Niggemeier
Quelle: stefan-niggemeier.de
